, Asta Scheib Das Schönste was ich sah

Ein Junge verliert seine Mutter, dann wird er von seinem Vater im Stich gelassen – das sieht zuerst aus wie ein missachtetes Leben, das sich am Rande der Gesellschaft verbraucht. So hätte es auch bei Giovanni Segantini werden können. Aber er hatte mehr als nur ein Talent zur Malerei: Er stieß auf Menschen, denen seine Gaben auffielen: So fand er im Mailänder Erziehungsheim, in das er gesteckt worden war, einen Förderer. Zwar musste er erst auf Schuster lernen und arbeitete eine Zeit lang als Käsehändler, aber schließlich fand er doch in die Kunst und erlangte einigen Ruhm.

Gibt es in Ihren Büchern, in denen immer wieder ein Mensch seinen Weg aus dem Schatten ins Licht und manchmal auch ins Glück, eine Botschaft, so wie: „Schaut her, wie es gehen kann!“

Asta Scheib hat dieses Leben zum Thema ihres neuen Romans „Das Schönste was ich sah“ gemacht. Sie erzählt darin eine dramatische und zu Beginn bedrückende Lebensgeschichte. Wie der junge Giovanni immer wieder ausbüchst, wie ihn seine Halbschwester Irene, die ihn aufnehmen muss, an die Behörden verrät, wie er immer wieder Menschen findet, die ihm wohlwollen, und wie er sich schließlich aus eigener Kraft seinen Platz im Leben erobert. Nur seine eigene Kraft? Es steht, wie es sich außerdem für einen schönen Roman gehört, eine Frau im Hintergrund: Ein 16-jähriges Mädchen aus gutem Hause verliebt sich in den jungen und noch unentdeckten Künstler und bleibt ihm ihr Leben lang, so wie er ihr sein Leben lang, treu, obwohl die Zeiten politischer Veränderungen in Österreich und sozialer Umwälzungen im 19. Jahrhundert nicht einfach sind.

Was hat Giovanni für ein Verhältnis zu seiner Schwester?

Dabei sind es mache unscheinbaren Szenen, in denen sich das emotionale Drama der Figuren abspielt. Zum Beispiel, als Irene und Giovanni endlich einmal üppig essen können:

Welche Rolle spielt gemeinsames Essen in dieser Beziehung des jungen Giovanni Segantini zu seiner älteren Halbschwester Irene?

Der Roman erzählt uns eine Geschichte mit Potential zum Melodram, und Asta Scheib scheut auch nicht davor zurück. Im Gegenteil, sie macht uns den Aufstieg von ganz unten nach oben gerade durch die emotionale Anteilnahme anschaulich.

ISBN 978-3-455-40196-7
http://www.hoffmann-und-campe.de/go/das-schoenste-was-ich-sah